Archiv des Autors: Slov ant Gali

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Ideensammlung Einleitung 1 (3)

Um die Punkte noch einfacher zu formulieren: Jedem Menschen billige ich sein Lebensrecht zu. Das heißt also, für JEDEN müssen Verhältnisse herrschen, die dies ermöglichen. Ich komme später immer wieder darauf zurück: Obwohl ich in Deutschland lebe, kann ich nicht die Augen vor Kriegen in aller Welt verschließen, deren Voraussetzungen beseitigt werden müssen. Gleiches gilt für (Ver-)Hungern und (Ver-)Dursten oder (Er-)Frieren.

Schwieriger ist das schon mit der Gesundheit. Gesundheit und eine hohe Lebenserwartung sollten zusammengehören. Es sind Bedingungen für ein möglichst dauerhaftes harmonisches Zusammenleben aller Menschen zu schaffen.

Das korrespondiert mit Punkt 3: Im Normalfall ist es „krank“, wenn jemand körperliche Abweichungen von Standardvorstellungen eines Körpers als korrekturbedürftig ansieht. Es ist eher eine Nebenform der Konsumkrankheit. Dem steht die Einheit von Selbstachtung und der Achtung der „Anderen“ in ihrem Anderssein gegenüber.

Jeder Mensch sollte es normal ansehen, dass er lernen will, nützlich zu sein, dass er sich anerkannt fühlt, weil er sich individuell entfaltet.

Die erste Voraussetzung dafür ist, alle seine Mitmenschen im Normalfall als vertrauenswürdige Partner ansehen zu können, und in ihnen nicht in erster Linie Konkurrenten um das Recht auf egal was.

Ein wunderbares Modewort ist Nachhaltigkeit. Positiv ausgelegt bedeutete es, so zu wirtschaften, dass nachfolgende Generationen die Erde mindestens in jener Lebensqualität übernehmen können, in der wir sie vorgefunden haben, der Reichtum der Natur nicht real verbraucht ist.

Ideensammlung Einleitung 1 (2)

Nun bin ich sicher einer von jener großen Zahl Menschen, denen man nicht (mehr) zumuten kann, mit „Revolution!“-Gebrüll auf den Lippen und der Maschinenpistole in den Armen loszulaufen, die Welt zu retten. Dabei ist gleichgültig, ob dabei als Ergebnis ein Plätzchen im Hochsicherheitsknast oder in der Klapsmühle herauskommt. Wer macht sich schon gern lächerlich.

Es ist mein Schicksal. Es höre es noch ganz deutlich, wie mir einmal jemand sagte: “Wir brauchen Macher!“ und ich bin keiner. Ich kann nur tun, was ICH tun kann. In meinem Fall ist das hoffentlich das Schreiben von Büchern. Also eben meine. Eigentlich wäre eine Kernfrage fast beantwortet:

Wir wären eben weiter, wenn jeder wirklich das täte, was er kann, um unseren Planeten zu einer lebenswerteren Welt zu machen. Und da geht wirklich viel.

Ich schlage dabei eine bestimmte Reihenfolge vor, nicht weil sie die philosophisch oder aus anderen Gründen die einzig richtige wäre, sondern weil sie mir als die am vernünftigsten machbare erscheint.

Auf die Gefahr hin, von dogmatischen „Marxisten“ verdammt zu werden, schlage ich als Schritt 1 jedem Interessierten vor, mit sich selbst und den ihm persönlich am nächsten stehenden Menschen einig zu werden über das Ideal, das es anzustreben gilt. Ich habe das für mich bereits in „Gemeinschaft der Glückssüchtigen“ angesprochen, will es hier aber noch einmal konzentriert zusammenfassen:

  1. Jeder Mensch darf auf seine, andere Menschen nicht schädigende Weise leben.
  2. Jedem Menschen kommt in der Summe seiner höchstmöglichen Lebenszeit ein Höchstmaß an selbst empfundener Gesundheit zu.
  3. Jedem Menschen stehen Bedingungen zu, unter denen er sich vielseitig entwickelt als – wie alle anderen auch – einmaligen, besonders geachteten und anerkanntes Mitglied einer kreativen Gemeinschaft erkennen kann.
  4. Allen Menschen steht eine Umwelt zu, die reichhaltig ist in ihren Formen und dauerhaft in einer harmonischen Existenz – in Gegenwart und Zukunft. 

Eine Gesellschaft, die es schafft, diese vier Grundsätze für jeden einzelnen Menschen praktisch zu gewährleisten, sollte angestrebt werden.

Wir müssen uns darüber verständigen, welche Merkmale eine Gesellschaft haben müsste, um diese Aufgaben am besten zu erfüllen. (Dass keine Gesellschaftsform diesen Ansprüchen uneingeschränkt entsprechen kann, sollte selbstverständlich sein. Aber kein Fahrzeug kann einem Ziel näher kommen, dass es nicht ansteuert.)

Ideensammlung „Einleitung“ 1 (1)

Immer wieder ein neuer Anfang.

Immer wieder Nachdenken, Hoffen auf Verstehen.

Stell dir vor, du sähest eine Katastrophe vor dir, neben dir sitzt einer, der sieht sie auch. Er ruft dir zu: Sag, was soll ich tun? Und du rufst zurück: Warum soll ich das wissen?

Keine Sorge: Stellst du dir die Situation mit umgekehrter Besetzung vor, wird ’s auch nicht besser. Wen würdest du fragen? Anders gefragt: Wem würdest du eine Antwort zutrauen?

Also, scheiß Deutschland, wie sieht es aus?

Gibt es vielleicht gar keine Gefahr einer Katastrophe? Alles nur linke Panikmache, Verschwörungstheorie verspäteter Marxisten-Leninisten? Wenn es „uns“ relativ gut geht, was wollen wir mehr?

Wie viel muss ich predigen, dass die Erde mit allem, was darauf lebt, am meisten von den Menschen bedroht wird? Dass wir uns gegenseitig fertig machen? Muss ich das – als noch einer mehr, bei dem man abwinkt, weil für jedes gefährliche Gutachten zur weiteren Entwicklung auf der Erde mindestens ein optimistisches Gegengutachten bezahlt und lanciert wird? Bis zum Abwinken des überforderten Normalsterblichen? Zu welchen Büchern soll ich greifen, um aus ihnen abzuschreiben, was jeder, der es erfahren will, schon wissen kann? Bringt das was? Jeder kann die lesen. Entweder, er will die Botschaft hören oder er will sie nicht hören. Ganz offen: Ich würde sie auch gern nicht hören. Für mich persönlich musste ich es annehmen: Die Welt ist, wie sie ist und nicht so, wie sie sein sollte und könnte. Solange ich nichts daran ändern kann, ist das aber eine nicht nur wertlose, sondern peinigende Erkenntnis. Ich verstehe jeden, der daraus schlussfolgert, er kümmert sich dann lieber um sein Ding, wo er auch was ändert. Aber wenn das dazu führt, dass es „sein Ding – mein Ding“ nicht mehr gibt?!

Wie kann man – und hier behaupte ich einfach, dass ich zu diesem „man“ gehöre, irgendwo dazwischen stecke – solche persönlichen Lasten mindern, ohne sich NUR auszuklinken und NUR so zu tun, als ginge einen „das alles“ nichts an. Viele sind gut in Selbstverleugnung. Geht es ihnen nicht zu schlecht, meinen sie, sie könnten nicht klagen, geht es ihnen beschissen, dann kann man auch nix dran ändern.

Ich möchte mir helfen.

Ich möchte jedem helfen, der – und sei es nur für einen Moment . sagt, wär schön, wenn mir jemand hilft. Ich möchte keine Rezepte verkünden, aber Vorschläge gemacht haben.

Ich sage gleich, ich suche keine Nische, nur für mich.

Ich bin so vermessen, so anmaßend, das was ich für richtig halte, als Ratschlag zu verbreiten. Vielleicht hilft es wirklich jemandem. Zumindest hilft es mir bei der Selbstberuhigung: Ich habe euch ja gewarnt, hab´s gesagt. Wenn keiner hören will …,

Ich habe wie jeder einzelne Mensch den Wunsch, als Einzelwesen, als ganz außergewöhnlich einmaliges Ich, glücklich zu werden. Dummerweise möchte mein Ich das mit der Aufgabe verbinden, DIE MENSCHEN zu glücklicherem Leben zu verhelfen. Und warum soll ich über meinen Schatten springen?

Nein. Ich meine das nicht im Sinne, gehe in dich und fühle dich glücklich mit dem, was du hast. Obwohl … sich mit dem zu begnügen, was „man“ eben hat, ist ein möglicher Weg zum individuellen Wohlbefinden. Es ist aber zugleich eine Form bewusster Selbsttäuschung. Jeder erinnert sich an die Fabel vom Fuchs und den Trauben, in der der Fuchs jene Trauben, die ihm zu hoch sind, für sauer erklärt. Das wäre noch nicht das Schlimmste. Schlimmer ist, dass wir damit eine ethische Straftat begehen. Die meisten Rechtssysteme kennen den Begriff der unterlassenen Hilfeleistung. Strafbar ist also, einen Schaden für gefährdete Mitmenschen nicht auf eine zumutbare Weise zu verhindern versucht zu haben. Ergo: Ich versuche das Wenige, das ich zu können hoffe.